Wappen der Herren von Rinkerode

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Bahnhof

Rinkerodes Tor zur Welt war lange der Bahnhof an der 1848 eröffneten Bahnlinie.

Bahnhof in Rinkerode mit Bediensteten um 1900

Das Bahnhofsgebäude war um 1897 im Stil der Neu-Renaissance gebaut worden und steht nicht mehr. Die heutige Regionalbahnstation ist Schalt- und Kontrollstelle der vollautomatischen Streckensicherung.

Erster Fahrplan 1848
Erster Fahrplan 1848

Das einst rege Treiben am Bahnhof mit gegenüber liegender Molkerei sowie Bäuerlicher Bezugs- und Absatzgenossenschaft Rinkerode gehört seit der Zunahme des Verkehrs auf den Straßen der Vergangenheit an. Vom Bahnhofsgebäude gelangte man durch eine Sperre nach Kontrolle der Bahnsteig- oder Fahrkarten zu den Bahnsteigen. Der Fahrkartenschalter war in der Eingangshalle, später in der Wartehalle. Im Obergeschoss wohnte der Bahnhofsvorsteher. Die Toiletten befanden sich in einem Nebengebäude nördlich des Bahnhofs. Güterabfertigung und Güterschuppen schlossen sich südlich an. Rinkerode war zudem für den Umschlag von Getreide, Dünger und Holz bedeutend. Es bestand auch ein Lager für das im Bergbau benötigte Grubenholz. Ein Großteil der 26 Beschäftigten war für Stellwerksaufgaben und für den Betrieb von elf Schrankenanlagen zuständig.

Bahnhofsvorplatz in Rinkerode
Bahnhofsvorplatz in Rinkerode (2011)

Molkerei

Um 1900 entstanden zahlreiche Molkereien, die die Ballungsgebiete mit Milchprodukten belieferten. Johann Dietrich Voß, Bankdirektor aus Neumünster in Holstein, ließ 1908 als Kapitalanlage seiner Ehefrau Marie geb. Hugo die Molkerei Rinkerode bauen. Die Milch, von örtlichen Bauern angeliefert, wurde in einer Zentrifuge gereinigt und mit Dampf in einem Trommelmischer pasteurisiert.

Molkerei in Rinkerode
Ehemalige Molkerei in Rinkerode (um 1925)

In 40-Liter-Kannen wurde sie dann in Kühlwagen verladen und mit Personenzügen Richtung Ruhrgebiet verschickt. Die Kohle für den Dampfkessel kam per Bahn. 1912 übernahm Hugo Voß den Betrieb mit seinen fünf Mitarbeitern. Sein Sohn Joachim Voß war bis 1969 letzter Besitzer. Im zweiten Weltkrieg blieb die Molkerei funktionsfähig, da der Dampfkessel stromunabhängig betrieben wurde.

Die Molkerei Rinkerode stellte Trinkmilch, Butter, Sahne und Schnittkäse her. Ab 1960 wurde die Käseproduktion auf Grund von Einfuhren unrentabel und eingestellt. Spezialisierungen auf Trockenmilch und Kälbermilch folgten.

Zwischen 1950 und 2010 ging die Zahl der nordrhein-westfälischen Molkereien von etwa 350 auf 17 zurück. Die Gebäude wurden 1978, der Schornstein wurde wenige Jahre später abgebrochen.

Das Käselager befand sich im Haus Göttendorfer Weg 27.