Wappen der Herren von Rinkerode

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Münsterländische Bauernhöfe sind Einzelhöfe, manche liegen aber als kleine Gruppen zusammen. Die südliche Gruppe der Bauerschaft Eickenbeck im Kirchspiel Rinkerode bilden die Höfe Milte-Allendorf, Gudehege (heute Lackenberg) und Pankok.

In der agrarischen Wirtschaftsverfassung des Mittelalters waren die meisten Bauernhöfe nicht Eigentum der Nutzer, sondern der Grundherren, die sie zur Nutzung vergaben.

Der größte der drei genannten Höfe war Gudehege, der den Domvikaren in Münster gehörte. Die jährliche Steuerleistung, die die Größe des Hofes anzeigt, lag für Gudehege bei 5 1/2 Reichstalern, für Milte bei 3 1/2 Reichstalern und für Pankok bei 2 Reichstalern. Auch Pankok war kein kleiner Kotten, die nur einen halben Reichstaler zahlen mussten.

Früheres Hofeingangskreuz am Hof Milte-Allendorf um 1940
Früheres Hofeingangskreuz
am Hof Milte-Allendorf um 1940

Pankok befand sich im Eigentum des Domkapitels in Münster. Der Grundherr von Milte war seit 1598 die Leprosenstiftung in Münster-Kinderhaus, für die der Hoferwerb eine Geldanlage war. Im Stadtarchiv Münster ist in den Kinderhauser Akten ein dramatisches Ereignis überliefert. Als kaiserliche Soldaten im dreißig-jährigen Krieg auf dem Hof Milte Bauern mitnehmen und zum Kriegsdienst zwingen wollten, tötete Milte den ersten, der ihn ergreifen wollte, so dass die Soldaten ihn sofort erschossen. Der kaiserliche Befehlshaber forderte von der Witwe den beträchtlichen Schadenersatz von 30 Reichstalern für den getöteten Landsknecht. Die Witwe musste sich verschulden, um diesen Betrag aufzubringen.

Historische Karte von 1910
      Historische Karte von 1910, Quelle: Landesvermessungsamt NRW

Wenige Nachrichten über Gudehege finden sich im Archiv Freiherr von Landsberg in Drensteinfurt. Nach Ende des dreißig-jährigen Krieges mussten sich Bernd und Johann Gudehege, Vater und Sohn, 1664 mit 60 Reichstalern bei Johann von der Recke zu Drensteinfurt verschulden. Eine solche Kapitalaufnahme war vielfach erforderlich, weil die Höfe durch die Militärsteuern im und nach dem dreißig-jährigen Krieg finanziell ruiniert waren. Da Gudehege nicht in der Lage war, die Zinsen in Geld zu bezahlen, gestatteten die Schuldner ihrem Gläubiger, Weichholz in der sogenannten Langen Hiege zu schlagen sowie dort Eicheln für die Schweinemast zu verbrauchen.

Die drei Höfe liegen von Rinkerode aus gesehen in der folgenden Reihenfolge:

  1. Pankok
  2. Milte
  3. Gudehege

Heute heißen sie Pankok, Allendorf und Lackenberg.