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Wappen der Herren von Rinkerode

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Die 900-mm-Schmalspurbahn Rinkerode - Ascheberg entstand 1915 und wurde 1925 wieder abgebaut. Sie wurde von der Baufirma Philipp Holzmann als Materialbahn für die neue Bahnstrecke Münster - Lünen gebaut und gehört zu den Kuriositäten der Bahngeschichte. Höchstens 20 km/h durfte gefahren werden. Zehn zweiachsige Lokomotiven waren im Einsatz, die die Material- und Baggerzüge auf der 12 km langen Strecke bewegten.

Davertbahn
      Davertbahn um 1918

Am 22. Januar 1917 beantragte die Gemeinde Ascheberg beim Regierungspräsidenten eine Freigabe der Strecke für den Personenverkehr. Vom 1. Mai 1917 an fuhren planmäßig drei Personenzugpaare täglich mit einem oder zwei Wagen mit 24 Sitzplätzen. Die Fahrtzeit bei Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h betrug eine Stunde. Am 9. April 1918 kam man mit der Oberpostdirektion überein, auch die Post zubefördern.

Die Strecke verlies den Bahnhof Rinkerode in einem 90-Grad-Bogen, schlug die südwestliche Richtung ein und verlief zunächst einen Kilometer auf eigenem Bahngrund. An der Mühle Münsterstraße befand sich eine Schranke. Für weitere drei Kilometer folgte das Gleis den Gemeindewegen.

Davertbahn
Davertbahn um 1918

Beim Hof Stehmann-Bohnenkamp wurde nach 1,8 km die erste Station erreicht. Nach vier Kilometern rollten die Züge nochmals auf eigenem Bahnkörper. An dessen Ende, nach 5,4 km, befand sich die Haltestelle "Hohe Heide", wo sich die Züge kreuzen konnten.

Kurz dahinter, an der Kreuzung mit dem Weg Ascheberg - Amelsbüren, dürfte die Haltestelle "Davert" gelegen haben. Dorthin und weiter verlief das Gleis abermals auf Gemeindewegen bis zum Emmerbach. Hier begann mit einem Schwenk nach Süden die Rampe zum Damm der Neubaustrecke. Bereits oben auf der Trasse wurde bei Kilometer 8,0 die Haltestelle "Davensberg" mit Unterstand erreicht. Es folgten vier Kilometer Dammstrecke bis zum Bahnhof Ascheberg, wo die Firma Philipp Holzmann ihre Werkstatt mit Lokschuppen und Wagenhalle unterhielt. Diese Gebäude wurden später Teil der Brotfabrik Ascheberg.

Am 6. Februar 1919 ereignete sich ein Raubüberfall in der Bahn. Postschaffner Heinrich Röckener erlag einige Monate später seinen schweren Schussverletzungen.